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"Immer ein Konzept in der Tasche haben"
Die Unternehmensberaterin Alexandra Horsch berät seit zehn Jahren Existenzgründer|innen und Kleinunternehmen Sie ist erfolgreiche Unternehmensberaterin, verheiratet, Mutter von drei Kindern – und für viele Existenzgründerinnen die erste Adresse, wenn es um Businessplan, Gründungszuschuss, Beratung und Coaching geht. Mit ihrer Spezialisierung auf Frauen, Gründerinnen und Kleinunternehmen, hat Alexandra Horsch (40) eine Nische besetzt. Am 1. Oktober feiert sie ihr zehnjähriges Jubiläum. Was ist Ihr persönliches Erfolgsrezept? Strategisches Vorgehen! Wenn ich mal einen Schritt zurück gehen muss, versuche ich, wieder zwei nach vorne zu gehen. Dabei authentisch bleiben und sich nicht verbiegen. Immer mit Freude bei der Arbeit sein – wenn es keinen Spaß mehr macht, suche ich mir etwas anderes. Warum sind Sie vor zehn Jahren von der Festanstellung in die Selbständigkeit gewechselt? Ich war gerade mit meinem zweiten Kind in der Elternzeit und habe zunächst das Modell der Teilselbständigkeit ausprobiert. Die relativ freie Zeiteinteilung und die Tätigkeit gefielen mir sehr gut. So entschied ich mich für die Selbstän-digkeit – sie ist für mich der optimale Weg, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Wobei ich natürlich auch oftmals abends im heimischen Büro arbeitete. Die Spezialisierung auf Gründerinnen und Unternehmerinnen war für Sie von Anfang an klar? Ja, denn ich kenne aus eigener Erfahrung die Herausforderungen, denen Frauen gegenüberstehen. 80 Prozent meiner Mandanten sind weiblich. Da ich in meiner vorherigen Festanstellung bereits mit dem Thema Existenzgründung zu tun hatte wusste ich, dass Gründer und Einzelunternehmer kaum Beratung in Anspruch nehmen. Dabei ist nachgewiesen, dass eine professionelle Beratung die „Überlebenschance“ von Gründern deutlich erhöht. Die wenigsten waren über die vorhandenen Zuschuss-Möglichkeiten informiert. Das wollte ich ändern. Welche Eigenschaften muss ich mitbringen, um erfolgreich zu sein? Ich betreue sehr viele Freiberufler und Selbständige, die alleine oder von zu Hause aus arbeiten. Hier ist die Eigenmotivation ein entscheidender Punkt. Wer sich ein Netzwerk aufbaut, tauscht sich mit Kollegen und Gleichgesinnten aus und kann wichtige Kontakte knüpfen. Es ist wichtig, mit Leib und Seele Unternehmer zu sein. Wobei es heute nicht mehr ausreicht, nur seine Tätigkeit gut zu machen. Die wichtigste Eigenschaft eines erfolgreichen Unternehmers ist es, auf Menschen zuzugehen und sie für sich, sein Produkt oder seine Dienstleistung zu begeistern. Natürlich muss ich auch meine Zahlen verstehen und betriebswirtschaftlich denken. Und wie sichere ich mir einen dauerhaften Erfolg? Nicht stehen bleiben – mit Strategie immer weiter gehen. Dazu gehören regel-mäßige Weiterbildungen, Besuche von Netzwerkveranstaltungen und ständige Eigenmotivation. In jeder Sparte gibt es Nachahmer, deshalb gilt es, immer ein Konzept in der Tasche zu haben, um sich von anderen zu unterscheiden. Was ist Ihr Konzept? Natürlich habe ich Pläne und Visionen, die ich aber an dieser Stelle nicht verraten möchte. Ein wichtiger Schritt war für mich die diesjährige Eröffnung einer Repräsentanz in München, wo ich nun regelmäßig meine Münchner Mandantinnen und Mandanten beraten kann. In den vergangenen zehn Jahren haben Sie sicherlich viele interessante Menschen und Lebenskonzepte kennen gelernt? Ja, und das genieße ich sehr an meinem Beruf. Wenn man Menschen bis zu einem Jahr betreut, entwickelt sich auch eine persönliche Beziehung. Für mich ist es immer wieder eine Freude und Bestätigung meiner Arbeit, wenn ein gemeinsam mit dem Mandanten erarbeitetes Konzept aufgeht und erfolgreich ist. Ihr Ehemann hat sich vor drei Jahren als Zahnarzt selbständig gemacht. Wie war es für Sie, eine Existenzgründung in der eigenen Familie mitzuerleben? Es war eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich habe den gesamten Gründungsprozess aus nächster Nähe begleitet – von der ersten Idee der Selbständigkeit, über die Erarbeitung eines Businessplanes, den Gesprächen und Verhandlungen mit den Banken, bis hin zur Umsetzung. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse konnte ich gut in meine Arbeit als Unternehmensberaterin integrieren. Das Gespräch führte Bettina Maier |